Binge Eating Essstörung, emotionales Essen und psychisch bedingtes Übergewicht

Emotionen und Essen gehören einfach zusammen. Genuss ist ein sinnliches Erlebnis und ein gemeinsames Essen wird als soziales oder gesellschaftliches Ereignis zelebriert. Farbenfrohe Früchte sprechen uns schon evolutionsbedingt sofort an und die Tatsache, dass wenn uns „die Spucke im Munde zusammenläuft“ bereits die Verdauung einsetzt, zeigt, dass sinnliche Wahrnehmungen und körperliche Prozesse eng mit einander verwoben sind.

Wenn aus dem emotionalen Essen ein unstillbarer seelischer Hunger wird und wird der Nahrungsaufnahme übermäßig viel Bedeutung beigemessen, besteht ein nicht unerhebliches Risiko, an einer Essstörung zu erkranken. Je nach Typ wird dann versucht den Hunger zu kontrollieren oder zu unterdrücken oder es werden nach dem Essen kompensatorische Maßnahmen ergriffen (Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, Fasten etc.). Betroffene beschäftigen sich übermäßig viel mit dem Thema „Essen“, leiden unter der Art, wie sie essen oder wie sie aussehen und sind besonders anfällig für psychische Begleiterkrankungen.

Risiko moderne Ernährungsgewohnheiten: Industriell hergestellte Nahrungsmittel sind überall und immer erhältlich, schnell und einfach zuzubereiten (wenn sie überhaupt zubereitet werden müssen). Diese Nahrungsmittel bestehen allerdings fast nur aus „leeren Kalorien“. Das heißt, sie enthalten viele Kilokalorien (meist in Form von Zucker und Fett), aber keinerlei oder kaum essenzielle Nährstoffe (insbesondere Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe). Unser Körper braucht also sehr viel dieser Nahrungsmittel, um seinen Nährstoffbedarf einigermaßen zu decken. Zudem macht die Kombination aus Zucker und Fett uns geradezu süchtig.

Nährstoffmängel und Übergewicht bilden die Basis für diverse Zivilisationskrankheiten. Trotz Wohlstand und Nahrungsüberangebot sind viele Menschen in den westlichen Industrieländern qualitativ mangelernährt. 

Wenn unterschiedliche Risikofaktoren, wie der Hang zum emotionalem Essen mit seelischem Hunger und das Essen größerer Mengen hochkalorischer Nahrungsmittel zusammenkommen, erleben die Betroffenen regelrechte Essattacken oder Essanfälle. Heißhunger, Kontrollverlust, fehlendes Sättigungsgefühl und später ein Gefühl von Übersättigung mit schlechtem Gewissen, Schuld und Scham – all das kennzeichnet die Binge Eating Störung, eine heute sehr weit verbreitete Essstörung. Man geht davon aus, dass ca. 30 Prozent der stark übergewichtigen Menschen auch an einer Binge Eating Störung leiden – häufig, ohne dies zu wissen.

Die Binge Eating Störung lässt sich mit einer Kombination aus Verhaltenstherapie und Ernährungstherapie gut behandeln. Und auch weniger ausgeprägte Formen von emotionalem Essen und emotional bedingtem Übergewicht lassen sich mit Veränderungen der Lebensgewohnheiten gut in den Griff bekommen.

Siehe auch: www.ernaehrung.mentalier.de

 

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